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"Was geht aaaab?", wird der eine oder andere ja sich mal gefragt haben beim morgendlichen Spiegelblick, eben das mach ich auch. Und zwar um sieben Uhr jeden morgen. Welch humane Uhrzeit. Aber ich bin ja auch kein Pflegepraktikant mehr. Gottseidank. Damit ist ja eigentlich schon alles gesagt. Trotzdem fürs Protokoll:
Aufstehen um Sieben, ein paar Meter rüber in die Uniklinik radeln, den Aufzug nehmen und in den zweiten Stock fahren. Dort lässiges Nicken in Richtung jetzt schon völlig fertig aussehender Schwesterncrew, die behende durch die Gänge huscht. Aha, ein paar Patienten auf dem Flur, noch würdiger schreiten, noch lässiger nicken. Kacke, vier Flurbetten, das wird wieder was. Egal, in Schale - sprich gleißend weißen chefmässigen Kittel - geworfen, ab in die Zentrale. Glücklicherweise ist der PJ schon da und nimmt die schweren Fälle ab. Blut natürlich. Ich druckse etwas rum, wiege das eine oder andere Serumröhrchen in der Hand, checke 20x, ob ich auch genug Nadeln und Zeug dabei hab und fang bei den Patienten ab Jahrgang 1950 an. Pech gehabt, alle schon 80+ (also 1920-). Egal. "GutenmorgenjahahahaschonwiederBlutnehmendasmachenwirjaamliebstendaswissenSiejablabla". Reinpieksen, 70% klappt, falls nicht "Ojunge, Sie haben aber Rollvenen", "Da hat man Ihnen aber schon oft Blut genommen, die Venen sind ja schon total verhärtet" oder der absolute Klassiker weil noch mit vorwurfsvollem Blick und garantiertem Erfolg: "Ohmannohmann, da haben Sie aber wieder wenig getrunken heute, kein Wunder, dass wir da nix kriegen!".
Weiter gehts mit Patientenaufnahmen, "Guten Tag, Budjan ist mein Name, warum sind Sie denn hier? - Ahja, umgefallen und keine Luft beim Gehen seit Wochen? Schmerzen in der Brust? Oh, Ihr EKG sieht ja auch wirklich lustig aus. Wir schicken Sie mal runter zum Herzkatheter und so. Ich hör noch mal aufs Herz und die Lunge, jajasoso, alles ok, na dann mal viel Spaß hier bei uns."
Dann kommt der Oberarzt, entweder in Deckung, einen Kaffee trinken oder nochmal die Taschen mit Nadeln und dem Zeug füllen und geschäftig durch die Gänge laufen oder aber todesmutig rein mit denen zu den Patienten, nickend die Ratschläge der versammelten Ärzteschaft bekräftigen ("Daheim auch ruhig mal Treppe steigen und auf Fahrstuhl verzichten!" etc.) und wiederum wissend nicken wenn Belok zoc abgesetzt wird vor einer EPU, aha.
Sowas mach ich also den lieben langen Tag, EKGs schreiben, Blut nehmen, Anamnesen machen, irgendwelche Antibiosen und solche Sachen geben aber die meiste Zeit einfach lässig rumstehen und Kompetenz ausstrahlen. Wie immer halt. Aber Spaß bei Seite: Lernen tut man auch was.
Nachtrag: Das kapitalisten.net Verwirrungsbeseitungungsteam klärt auf:
PJ EKG Herzkatheter Beloc zok Anamnese
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