Ich will nicht weit ausholen, heute morgen völlig gerädert aufgestanden, ins Bad geschleppt (Frühbesprechung um Punkt 8!), auf dem Weg durch Tonnen Müll und ojewasisthierlos, keine Zeit genau zu recherchieren. In diesem Sinne, Erklärungsversuche bitte an kloteam@kapitalisten.net. Danke.
Es ist mitten in der Nacht, aber die Welt draußen steht Kopf:
Der Grund dessen, was hier (trotz schlechter Qualität) deutlich zu sehen ist (hupende Autos mit Leuten auf den Dächern, Böllerschüsse im Hintergrund, allgemeines Getümmel) erschließt sich dem unerfahrenen Betrachter vielleicht nicht sofort:
Hat Tarkan etwa zwölf Extrakonzerte in der SAP-Arena angekündigt? Hat Griechenland Zypernverzicht erklärt? Sind die Knoblauchpreise auf dem Weltmarkt auf Rekordtief?
Weit gefehlt: Die Türkei hat in einer quasi aussichtslosen Partie gegen die ebenso quasi unschlagbare SCHWEIZ das neue Wunder von Basel vollbracht: in der zweiten Minute der Nachspielzeit das Spiel doch noch für sich zu entscheiden. Ach ich liebe mein Viertel.
Das Verwaltungs-Team bittet daher, von allzu großer Beteiligung seitens der werten Leserschaft Abstand zu nehmen, da eventuell nicht alles Neue rübergerettet werden kann.
Statusberichte in diesem Post.
4.6. Dateien und Datenbank umgezogen 4.6. KK Antrag etc. raus 6.6. KK Antrag etc. bestätigt 12.6. Registrar Mail vercheckt, KK abgelehnt 13.6. KK erneut in Auftrag, alles geklappt
Ich wohne in der Neckarstadt. 50.000 Türken mit mir. Was passiert, wenn man bei einem Pizzadienst anruft, sagt, dass man in der Neckarstadt wohnt und Budjan heißt?
"Was geht aaaab?", wird der eine oder andere ja sich mal gefragt haben beim morgendlichen Spiegelblick, eben das mach ich auch. Und zwar um sieben Uhr jeden morgen. Welch humane Uhrzeit. Aber ich bin ja auch kein Pflegepraktikant mehr. Gottseidank. Damit ist ja eigentlich schon alles gesagt. Trotzdem fürs Protokoll:
Aufstehen um Sieben, ein paar Meter rüber in die Uniklinik radeln, den Aufzug nehmen und in den zweiten Stock fahren. Dort lässiges Nicken in Richtung jetzt schon völlig fertig aussehender Schwesterncrew, die behende durch die Gänge huscht. Aha, ein paar Patienten auf dem Flur, noch würdiger schreiten, noch lässiger nicken. Kacke, vier Flurbetten, das wird wieder was. Egal, in Schale - sprich gleißend weißen chefmässigen Kittel - geworfen, ab in die Zentrale. Glücklicherweise ist der PJ schon da und nimmt die schweren Fälle ab. Blut natürlich. Ich druckse etwas rum, wiege das eine oder andere Serumröhrchen in der Hand, checke 20x, ob ich auch genug Nadeln und Zeug dabei hab und fang bei den Patienten ab Jahrgang 1950 an. Pech gehabt, alle schon 80+ (also 1920-). Egal. "GutenmorgenjahahahaschonwiederBlutnehmendasmachenwirjaamliebstendaswissenSiejablabla". Reinpieksen, 70% klappt, falls nicht "Ojunge, Sie haben aber Rollvenen", "Da hat man Ihnen aber schon oft Blut genommen, die Venen sind ja schon total verhärtet" oder der absolute Klassiker weil noch mit vorwurfsvollem Blick und garantiertem Erfolg: "Ohmannohmann, da haben Sie aber wieder wenig getrunken heute, kein Wunder, dass wir da nix kriegen!".
Weiter gehts mit Patientenaufnahmen, "Guten Tag, Budjan ist mein Name, warum sind Sie denn hier? - Ahja, umgefallen und keine Luft beim Gehen seit Wochen? Schmerzen in der Brust? Oh, Ihr EKG sieht ja auch wirklich lustig aus. Wir schicken Sie mal runter zum Herzkatheter und so. Ich hör noch mal aufs Herz und die Lunge, jajasoso, alles ok, na dann mal viel Spaß hier bei uns."
Dann kommt der Oberarzt, entweder in Deckung, einen Kaffee trinken oder nochmal die Taschen mit Nadeln und dem Zeug füllen und geschäftig durch die Gänge laufen oder aber todesmutig rein mit denen zu den Patienten, nickend die Ratschläge der versammelten Ärzteschaft bekräftigen ("Daheim auch ruhig mal Treppe steigen und auf Fahrstuhl verzichten!" etc.) und wiederum wissend nicken wenn Belok zoc abgesetzt wird vor einer EPU, aha.
Sowas mach ich also den lieben langen Tag, EKGs schreiben, Blut nehmen, Anamnesen machen, irgendwelche Antibiosen und solche Sachen geben aber die meiste Zeit einfach lässig rumstehen und Kompetenz ausstrahlen. Wie immer halt. Aber Spaß bei Seite: Lernen tut man auch was.
Ja, mich gibt es auch noch
nic schrieb am Dienstag, 12. Februar 2008 - 00:46 CET
7 Kommentare
Wie der Titel schon sagt: "Padauz, ich bin noch da." "Wenig erstaunlich" würden viele sagen, andere nur müde lächeln oder angestrengt gähnen. Ganz egal. Worum es eigentlich geht: Ich wollte protokollieren (aufschreiben) was ich die letzten Wochen und Monate gemacht habe. Nicht ganz exakt, also nicht alles. Mehr oder weniger nur ein klein wenig. Also... ach... schaut selbst. Bewegtbilder reiche ich in einiger Zeit (Monate!) nach.
Gestern beim Abendessen eine Erkenntnis: Immer habe ich insgeheim die batteriebetriebenen Salzmühlen belächelt und unter Kram für Spinner und alte Leute abgetan, aber als ich die Kartoffel des Jahres essen wollte, wäre ich um jede freie Hand froh gewesen. In diesem Sinne.
Achja: Ich hab Internet. Und was ich eigentlich sagen wollte: Die dümmsten Bauern haben noch lange nicht auch die größten Kartoffeln.
Christoph R.
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